Recap Q1/2026 Meetup: Goodbye Plugins

Das erste Zürcher WordPress Meetup im 2026 fand rein online statt und war aussergewöhnlich gut besucht. Wir diskutierten die Auswirkungen von KI auf die Plugin-Entwicklung, wobei der Fokus auf Vertrauen, Support und die Notwendigkeit von Service-gestützten Produkten lag, da Software billiger wird.

Matthias Reinhold von Automattic hielt einen Impulsvortrag, der nun auch auf WordPress.TV verfügbar ist. Matthias ist Technical Director für strategische Partnerschaften bei Automattic. Er arbeitet an Partner-Integrationen und verantwortet die Entwicklung von Plugins für WordPress und WooCommerce. Sein Schwerpunkt liegt auf skalierbaren, performanten Lösungen sowie auf der Erweiterung von WordPress-Admin-Funktionen.

Auswirkungen von KI auf das Ökosystem der Softwareentwicklung

Die Präsentation konzentrierte sich darauf, was die Entwicklung der Softwareentwicklung, die radikal billiger wird, für das WordPress-Ökosystem bedeutet. Matthias Reinholz ist der Ansicht, dass Plugins nicht verschwinden, sich aber der Schwerpunkt der Entwicklung verlagern wird. Einfache Funktionen werden einfacher zu erstellen sein, aber die Wertschöpfung wird sich auf Vertrauen, Support, Datenkontrolle und externe Dienste konzentrieren.

Veränderung der Beschaffung neuer Funktionen

Früher suchte man nach einem Plugin auf WordPress.org oder beauftragte einen Experten für eine spezifische Funktion, während man heute oft einen «Coding Agent» wie Claude Code oder Codex verwendet, dessen Niveau sich stark verbessert hat. Es wird erwartet, dass dies zu einer nachhaltigen Veränderung in der Wertschöpfung der Community führen wird, da Software billiger wird.

Folgen der Software-Verbilligung und Phasen der Veränderung

Durch die Verbilligung der Software kommt es zu einer explosionsartigen Zunahme neuer Software, was sich in einer massiven Zunahme von Plugins in der Warteschlange von WordPress.org zeigt, was zu mehr Diversifizierung, aber auch zu mehr Chaos führen kann. Matthias beschreibt drei Phasen:

  1. Überfluss an neuen Plugins
  2. reine Funktionen werden kostenlos, da immer mehr Nutzer sie selbst erstellen können und
  3. professionelle Plugins werden im Stack höher angesiedelt, wobei Support, Sicherheit, Billing und Anbindung an externe Dienste zu möglichen neuen Einnahmequellen werden.

Parallelen zur Musikindustrie und Marktsegmentierung

Die aktuelle Entwicklung wird mit der Musikindustrie und dem Rückgang des Download-Geschäfts zugunsten des Streamings verglichen, wobei generischer Code den Musik-Downloads entspricht und Dienstleistungen das Streaming-Modell darstellen. Veränderungen werden die Mitte des Marktes zuerst treffen, was zu einer Zunahme von Experimenten kleiner Plugins und Nischen führen wird, während der Umsatz sich auf wenige grosse, etablierte Anbieter konzentrieren wird.

Veränderungen in der Plugin-Entwicklung und die Rolle von Vertrauen

Plugins müssen in Zukunft auch von KI-Agenten nutzbar sein, was neue Überlegungen zu Funktionen und Interaktion erfordert. Vertrauen in Technologie, Entwickler, Hosting-Firmen und die Plattform ist entscheidend, da KI das Angebot an Code erhöht, was zu einem breiteren Spektrum an Qualität und potenziellen Sicherheitsproblemen führen kann.

Wichtigkeit von Deployment und Architektur

Angesichts der Möglichkeit, dass jede und jeder seine eigenen Features bauen kann, werden die Themen Deployment und Architektur wieder wichtiger. Insbesondere Must-Use Plugins (MU Plugins) könnten für Website-Betreiber, die Funktionen selbst erstellen, zu einem spannenden Konzept werden, da sie im Gegensatz zu normalen Plugins immer auf Code-Ebene geladen werden.

Die Plattform WordPress als strategischer Vorteil

Die dezentrale und flexible Organisation von WordPress wird in einer Zeit der Zentralisierung von Technologien zu einem strategischen Vorteil. Das Fehlen einer zentralisierten und standardisierten Monetarisierung und die grosse Offenheit in Bezug auf UI, API und Guidelines werden als fehlende Aspekte der Plattform betrachtet.

Strategien für den Erfolg im Ökosystem

Mögliche erfolgreiche Strategien umfassen Service-gestützte Produkte (z. B. Payments, Shipping, Compliance), agentenfähige Funktionen, die maschinenlesbare Aktionen bereitstellen, und der Aufbau von Trust und Vertrauen durch Support und Sicherheit. Ein weiteres Potenzial liegt in der besseren Nutzung von First-Party-Daten (Produkt- und Kundendaten) ohne Übertragung auf geschlossene Plattformen.

Zusammenfassung und Überleitung zur Diskussion

Matthias betonte abschliessend, dass Plugins nicht verschwinden werden, sondern weniger relevant für den einfachen Funktionszugang, aber wichtiger als vertrauenswürdiger Partner und Basis für den Aufbau einer Website sein werden. Nick Weisser bedankte sich und leitete zur Diskussion über.

Diskussion über die Menge neuer Plugins und KI-Entwicklung

Nick Weisser stellte fest, dass die 865 Plugins in der Warteschlange von WordPress.org ein Indikator für den KI-Trend sein könnten, da die Tendenz steigend sei. Es wurde die Herausforderung diskutiert, die WordPress Coding Standards mit KI-Tools einzuhalten.

Herausforderung der Subjektivität bei Guidelines

Nick Weisser erwähnte, dass sie mit Claude Code und dem Plugin Check Plugin ein Plugin entwickelten, aber Feedback für subjektive Themen wie die Platzierung von Menüpunkten erhielten. Matthias Reinholz stimmte zu, dass Subjektivität ein Problem bei den Guidelines ist, und erwähnte, dass Automatic an objektiveren Guidelines für den WooCommerce Marketplace arbeitet, damit diese von KI-Programmen geprüft werden können.

Einsatz verschiedener KI-Tools und Prompt-Techniken

Matthias empfahl, mit mehr als einer KI zu arbeiten, beispielsweise Claude Code und Codex, wobei sie Codex als neutraler empfanden. Er gab den Tipp, in Prompts immer zu betonen, dass es keine Rolle spielt, wie lange die KI für das Ergebnis braucht, solange das Ergebnis perfekt ist, um zu vermeiden, dass die KI Abkürzungen nimmt.

Perspektive auf die Bedeutung von Plugins im Wandel

Aleksandar Vucenovic, der selbst Plugins entwickelt, reflektierte, dass es schon immer Menschen gab, die Funktionen selbst programmieren wollten, aber diese Gruppe durch die KI-Tools viel grösser geworden ist. Es wurde betont, dass die Pflege und Wartung von Code aufgrund sich ändernder Umgebungen ein wichtiger Aspekt sei, der oft vergessen wird. Er glaubt, dass es mehr Plugins geben wird, darunter bessere und kompliziertere, und nur diejenigen bleiben werden, die wertvollen Service und guten Service bieten.

Einsatz von KI bei Nicht-Programmierern

WordPress Zurich Co-Organisatorin Corina Burri, mit einem Marketing-Background, teilte ihre positive Erfahrung bei der Erstellung von Funktionen direkt in `functions.php` mit AI-Tools wie ChatGPT und Claude Code. Sie hat unter anderem ein Tool entwickelt, das lokal auf ihrem Computer läuft und per E-Mail Seiten meldet, die aus dem Google Index gefallen sind.

Die Relevanz von Programmierkenntnissen

In Bezug auf einen Kommentar, dass man ohne Programmierkenntnisse nicht weiterkommt, räumte Matthias ein, dass sie selbst viel technischen Input geben, wenn sie Features bauen. Dennoch sei der Faktor des technischen Wissens immer weniger relevant, und man könne schon sehr weit ohne Programmierkenntnisse kommen, besonders wenn man sich von der KI einen sauberen technischen Plan erstellen lässt und in einen Frage-Antwort-Dialog mit dem Tool eintritt.

Vereinfachung von WooCommerce für Endnutzer

Makoto Bruderer, deren Fokus auf Design und WooCommerce liegt, äusserte Bedenken, wie WooCommerce angesichts der zunehmenden Komplexität einfacher für Endnutzer und Agenturen werden kann, insbesondere bei mehrsprachigen Setups. Matthias bestätigte, dass das Thema Multilanguage komplex sei und sie daran arbeiten, zum Beispiel im Google for WooCommerce Plugin Support für multilingual Product Feeds einzubauen.

Herausforderung der Legacy und zukünftige UI-Verbesserungen

Matthias wies darauf hin, dass der WooCommerce Admin in seiner ursprünglichen Form geblieben sei und das Team bei jedem Redesign die vielen Custom-Setups von 5 Millionen Shops berücksichtigen müsse. Sie bestätigten, dass die Admin-Benutzeroberfläche in letzter Zeit nicht im Fokus stand, aber für dieses Jahr auf dem Plan stehe, um die Plattform zu stärken und Standards zu schaffen. Die Arbeit ziele darauf ab, mit grossen Partnern zusammenzuarbeiten und Plugins zu standardisieren, wie bei den kürzlich veröffentlichten Reddit- und Snapchat-Plugins zu sehen ist, die auf einer neuen Partner-Plugin-Architektur basieren.

Kooperation mit Google im Multilingual-Bereich

Makoto Bruderer, die sich mit multilingualen Seiten beschäftigt, wurde von Matthias Reinholz zur Mitarbeit an einem Multilingual-Feature eingeladen, das sie derzeit gemeinsam mit Google entwickeln. Das geplante Feature betrifft das Google for WooCommerce Plugin und soll es Shops ermöglichen, Produktdaten in mehreren Sprachen an das Google Merchant Center zu übermitteln. Das Plugin unterstützt derzeit keine Multilingualität und die Implementierung soll die Zusammenarbeit mit gängigen Plugins wie Polylang, WPML, Translate Press und Multilingual Press ermöglichen.

Abgrenzung zum Gutenberg-Projekt und Multilingual Core

Nick Weisser fragte, inwiefern das Multilingual-Thema mit der offiziellen Phase 4 von Gutenberg zusammenhänge, was Matthias Reinholz verneinte, da es sich um ein unabhängiges Projekt handle. Das Thema Multilingualität im WordPress-Core (Phase 4 von Gutenberg) wird voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, wobei KI möglicherweise zu einer früheren Implementierung beitragen könnte. Matthias Reinholz hob hervor, dass die Multilingualität bei WooCommerce komplexer sei, da es neben verschiedenen Sprachen auch um unterschiedliche Zielmärkte, Währungen und Steuern gehe.

Bedeutung von KI-Connectors im WordPress Core

Matthias äusserte sich positiv über die Einführung der neuen Connectors Area in WordPress 7, die zunächst für KI-Integrationen gedacht ist. Er sieht darin die Möglichkeit, auch andere Verbindungen zu externen Diensten auf eine standardisierte Weise in den Einstellungen zu bündeln. Nick Weisser ergänzte, dass es im Gutenberg-Release eine neue Einstellung gebe, die es ermöglicht, Alt-Texte über die KI-Integration generieren zu lassen.

Einfluss von KI auf den Website-Traffic und strukturierte Daten

Matthias bestätigte, dass die vermehrte Anzeige von KI-generierten Antworten in den Suchergebnissen zu einem deutlichen Rückgang des Traffics auf woocommerce.com geführt habe. Er betonte, dass in diesem Kontext das Thema strukturierte Daten extrem wichtig werde, um die eigenen Informationen in grose Sprachmodelle (LLMs) einzuspeisen und Mehrwert daraus zu ziehen. Im Commerce-Bereich arbeiten Chat GPT und Google daran, Checkout-Funktionen direkt in ihre Oberflächen zu integrieren, was jedoch komplexe rechtliche und logistische Herausforderungen wie AGB-Akzeptanz und Abwicklung von Retouren mit sich bringt.

Integration strukturierter Daten in WooCommerce Core

Sandra fragte, ob geplant sei, die Unterstützung für strukturierte Daten stärker in den WooCommerce Core zu integrieren, was Matthias Reinholz verneinte. Er persönlich halte es für sinnvoll, SEO-Daten und E-Commerce-spezifische Funktionen in den WordPress Core bzw. WooCommerce Core zu integrieren, wisse aber nicht, ob aktuell konkrete Projekte in diese Richtung existieren (01:07:43).

Sicherheitsbedenken beim Programmieren mit KI

Ben teilte Bedenken bezüglich der Sicherheit von KI-generiertem Code und der Notwendigkeit von Programmierkenntnissen, um die Wartbarkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Matthias entgegnete, dass dies eine Phase der Entwicklung sei und dass er bei der Arbeit mit KI selbst nicht oft den generierten Code direkt überprüfe, sondern sich auf automatisierte Tests und die Nutzung mehrerer KI-Agenten verlasse, um Sicherheitsprobleme zu erkennen. Er fügte hinzu, dass ein robustes System zur schnellen Reparatur von Sicherheitslücken erforderlich sei und dass eine sichere Architektur und Hosting-Umgebung eine zusätzliche Schutzebene bieten könnten.

Skalierbarkeit von WordPress und WooCommerce

Auf Bens Frage nach der Skalierbarkeit von WordPress antwortete Matthias, dass WordPress unendlich skaliert werden könne, was lediglich von der Architektur abhänge. Er betonte, dass die Datenbank oft zum Engpass werde, aber mit Techniken wie Redis, Datenbankoptimierungen und der Nutzung von Cloudflare als CDN und Sicherheitslösung die Skalierung verbessert werden könne. Nick stimmte der Skalierbarkeit bei Benutzern zu, merkte jedoch an, dass der Import von sehr grosen Produktmengen (z. B. 100’000 Artikel) über die REST API sehr langsam sein könne.

Optimierung von Massenimporten bei WooCommerce

Matthias bestätigte, dass die REST API für Massenimporte von 100’000 Produkten ungeeignet sei und empfahl stattdessen den direkten Datenbankzugriff, um eine höhere Geschwindigkeit zu erzielen. Er erwähnte, dass der Datenabgleich über die Google API für das Google for WooCommerce Plugin manchmal bis zu drei Tage in Anspruch nehmen könne. Makoto fragte nach einem Import von 10’000 Produkten in drei Sprachen und Matthias Reinholz schlug vor, dass dies entweder über ein Plugin in Batches oder, bei wiederkehrenden Prozessen, über ein mit KI erstelltes Skript, das die Daten direkt in die Datenbank pusht, gehandhabt werden könne.

Verfahren zur Code-Überprüfung mit KI

Beatrice fragte, wie Matthias die Code-Kontrolle durchführe. Er erklärte, dass er dafür einen separaten Prozess in einem neuen Thread starte und einen separaten KI-Agenten beauftrage, den Code zu überprüfen, wobei der Fokus auf Sicherheit, Code-Qualität und Experimenten mit verschiedenen Modellen liege, um umfassendere Ergebnisse zu erzielen.

Datensouveränität und Hosting-Entscheidungen

Reinhard brachte die zunehmenden Bedenken von Kunden hinsichtlich Datensouveränität, des US Cloud Acts und der Notwendigkeit, weg von US-amerikanischen Anbietern wie Google und Microsoft zu wechseln, zur Sprache. Nick und Sandra bestätigten, dass sie ihre Kunden aus diesen Gründen bei Schweizer oder europäischen Hostinganbietern wie Infomaniac, Cyon oder Metanet hosten, die dem Schweizer Datenschutz bzw. der DSGVO unterliegen und die Daten besser respektieren. Matthias empfahl Bunny.net als europäische Alternative zu Cloudflare für CDN und Edge Computing, die auch gute Firewalleigenschaften besitzt.

Recap Q4/2025 Meetup Zürich: Functional Design, Barrierefreiheit und messbarer SEO-Impact

Am Zürcher WordPress Meetup vom 4. Dezember 2025 hat Anne-Mieke Bovelett einen Vortrag gehalten, der sich weniger wie eine klassische Präsentation und mehr wie ein gemeinsamer Reality-Check angefühlt hat: Wie benutzbar ist das Web wirklich – und für wen eigentlich?

Sie hat sehr persönlich begonnen: Obwohl sie seit 1997 Websites baut, kam für sie vor rund fünf Jahren der «Wake-up-Call», dass sie – ohne es zu merken – vielen Menschen die digitale Tür zugeschlagen hatte. Auslöser war eine Geschichte aus ihrem Feed: Eine Frau schrieb, dass ihr Vater sie weinend angerufen habe, weil er das Web ohne Hilfe nicht nutzen könne und sich digital «unerwünscht» fühle. Für Anne-Mieke wurde daraus ein Anstoss, tief in Barrierefreiheit einzusteigen – ein Rabbit Hole, aus dem man so schnell nicht wieder rauskommt.

Barrierefreiheit ist kein Nischenthema – und nicht nur «für blinde Menschen»

Ein zentraler Punkt: Barrierefreiheit wird oft auf Blindheit reduziert. Anne-Mieke hat das konsequent aufgebrochen und viele weitere Gruppen sichtbar gemacht: Menschen mit Legasthenie, Farbsehschwächen (u. a. Rot-Grün-Schwäche), Tunnelblick, Lichtempfindlichkeit, neurodiverse Menschen (sie sprach offen über ADHS), aber auch ganz alltägliche Situationen: grelles Licht in der Sonne, zu wenig Schlaf, oder schlicht ein «dicker Kater» – alles Faktoren, die «schlechte Usability» plötzlich zu einem echten Problem machen.

Ihr Bild dafür war eingängig: Eine Website kann sich anfühlen wie ein Laden, der «miefelt» – man merkt vielleicht nicht bewusst, warum, aber man will einfach nur raus. Und genau dort verliert man Conversions, Rankings und Vertrauen.

Der Business-Case: «Der Gewinn, den du liegen lässt»

Anne-Mieke hat bewusst mit dem Argument gearbeitet, das in Unternehmen am schnellsten wirkt: Geld. Nicht aus Zynismus, sondern pragmatisch. Ihr Tenor: Warum jemand Barrierefreiheit macht, ist zweitrangig – Hauptsache, es passiert.

Dazu brachte sie Zahlen aus einem SEMrush-basierten Research mit (10’000 Websites, gemeinsam analysiert mit accessibilitychecker.org und BuiltWith):

  • Über 70% der untersuchten Websites erfüllten die aktuelle Barrierefreiheits-Richtlinie nicht.
  • Websites mit besserer «Compliance» zeigten +23% Traffic-Steigerung.
  • Nach Verbesserungen stieg das Keyword-Ranking um 27%.

Ihr Argument war dabei nicht «Perfektion», sondern Progress over Perfection: Viele Probleme seien relativ einfach zu beheben – und selbst kleine Fixes (z.B. Kontrast) können spürbar auf User Flows, Conversion und damit indirekt auch auf SEO einzahlen.

Functional Design beginnt vor dem Pixel-Pushen

Ein wiederkehrendes Motiv war «Functional Design»: Gestaltung ist nicht nur «schön», sondern muss funktionieren – und zwar von Anfang an, idealerweise schon in der Konzeptphase. Anne-Mieke war dabei bewusst streng mit unserer WordPress-Realität: Page Builder, Patterns, «schnell was zusammenbauen» – das geht, aber Barrierefreiheit zeigt gnadenlos, wo es bricht.

Sie hat auch eine Lanze dafür gebrochen, Design wieder stärker als eigenständige Disziplin zu sehen (statt alles «im Browser zu designen»). Wer mit Tools wie Figma oder Adobe XD arbeitet, kann dort bereits früh Kontraste prüfen (z. B. via Plugins) – und spart später teure Korrekturschleifen.

Kontrast, Fonts, Fokus – die Klassiker, die richtig weh tun

Sehr konkret wurde es bei den typischen «Low-Hanging Fruits», die trotzdem ständig übersehen werden:

  • Farbkontrast: Corporate Colors sind kein Argument, wenn interaktive Elemente dadurch unlesbar werden. Die Botschaft war klar: Marke darf bleiben – aber funktionale Elemente müssen funktionieren.
  • Fokus-Outline: Der «hässliche blaue Ring» ist kein Bug, sondern Orientierung. Wer ihn entfernt, erzeugt für Tastaturnutzende ein echtes Problem. Man kann ihn gestalten – aber nicht einfach wegoptimieren.
  • Font-Sizing in Pixeln: Ein besonders anschauliches Beispiel war das Verhalten einer Website, wenn im Browser «nur Text» vergrössert wird. Wenn Schriften hart in px fixiert sind, skaliert der Text nicht sauber – und Menschen, die darauf angewiesen sind (häufig ältere Nutzende), bekommen kaputtes Layout statt Lesbarkeit.

Interaktiv testen: Tools helfen – aber manuelles Testen ist der Gamechanger

Ein wichtiger Teil des Abends war das gemeinsame Testen. Anne-Mieke hat klar gemacht:

  • Automatisierte Tools finden grob 30–35% der Probleme (Kontrast, fehlende Alt-Texte, Heading-Fehler etc.).
  • Die «echten Fallen» entdeckt man erst bei Tastatur-Navigation, Focus-Logik, Popups, Skip-Links, Keyboard Traps und im Zusammenspiel mit Screenreadern.

Genannt und gezeigt wurden u. a.:

  • WAVE (WebAIM) als schnelle, visuelle Prüfung inkl. Score/Benchmarking
  • Axe DevTools als verbreitetes Testing-Werkzeug
  • Colorshark für Kontrast-Checks und «Minimum-Werte» (WCAG A / AA / AAA)
  • Accessibility Checker von Equalize Digital (WordPress-Plugin, serverseitig; kostenlos in .org, erweitert in der Pro-Version u. a. für Custom Post Types)

Besonders hängen blieb: WCAG sind Richtlinien, nicht Magie. Ein «AAA-Kontrast» kann für lichtempfindliche Personen trotzdem unangenehm sein. Barrierefreiheit heisst nicht «alles maximal», sondern klug, ruhig und kontrollierbar gestalten.

Screenreader-Demo: anstrengend – und genau deshalb wichtig

Viele im Raum hatten schon mal mit Screenreadern «rumgespielt» – und fanden es frustrierend. Anne-Mieke hat das eingeordnet: Wer sehen kann, wird Screenreader nie so effizient bedienen wie jemand, der täglich darauf angewiesen ist. Das Ziel beim Testen ist nicht, Profi zu werden – sondern zu prüfen, ob Kernfunktionen wirklich nutzbar sind.

Sie zeigte u. a., warum:

  • eine korrekte Sprachdeklaration (lang-Attribut) entscheidend ist, damit Screenreader richtig aussprechen,
  • Navigationen idealerweise als Listen strukturiert sind (weil Nutzende so «hören», wie lang der Weg ist),
  • Popups den Fokus sauber führen müssen (Close-Button sofort erreichbar, Escape funktioniert),
  • Skip-Links kein «Theme-Bug» sind, sondern ein essenzieller Shortcut, damit man nicht immer wieder durchs Mega-Menü muss.

Mythos zerstört: Barrierefreiheit muss nicht langweilig sein

Ein grosser Mythos, den sie aktiv angegangen ist: «Wenn es barrierefrei ist, kann es nicht schön sein.»
Als Gegenbeispiel zeigte sie, dass moderne, farbige, animierte Interfaces trotzdem barrierearm funktionieren können – wenn Animationen sparsam eingesetzt werden und Nutzer-Einstellungen wie Reduce Motion respektiert werden. Die Einschränkung sei nicht Barrierefreiheit, sondern mangelnde Kreativität.

Nebenbei: WordPress-Ökosystem und Verantwortung

Spannend war auch der WordPress-Bezug: Anne-Mieke erwähnte, dass es im Ökosystem konkrete Tools gibt, um Barrieren systematisch zu reduzieren – und dass Fortschritt oft von Einzelnen getragen wird, die an Accessibility-Fixes arbeiten und die Community verbessern.

Die wichtigsten Takeaways in einem Satz

Barrierefreiheit ist kein «Nice to have», sondern Functional Design, das Conversions rettet, SEO stützt, rechtliche Risiken reduziert – und vor allem: Menschen nicht ausschliesst.

Wenn du für deine eigenen Projekte nur drei Dinge aus dem Abend mitnimmst, dann diese:

  1. Teste jede Website mit Tab-Taste (und achte auf Fokus, Reihenfolge, Escape, Skip-Links).
  2. Fixe Kontrast und Schriftgrössen so, dass Menschen auch bei Text-Zoom klarkommen.
  3. Nutze Tools als Einstieg – aber verlasse dich nie nur auf automatisierte Scores.

Recap Q3/2025 Meetup: Datenschutz, Cookie-Banner und das Tracking-Minenfeld

Am Zürcher WordPress Meetup vom 11. September 2025 drehte sich alles um Datenschutz, Cookie-Banner und Consent-Technik.

Während viele Teams derzeit stark auf KI-Tools und schnellere Produktionsprozesse setzen, erinnerte dieser Abend daran, dass die Pflichten rund um Datenschutz und Tracking nicht verschwinden – im Gegenteil: Sie werden laufend relevanter.

In zwei inhaltlich hervorragend aufeinander abgestimmten Talks beleuchteten Martin Steiger (Rechtsanwalt, Datenschutz-Aktivist und Unternehmer) und Frank Mickeler (Tracking/Analytics Consultant) die Frage, wie man in der Schweiz und mit Blick nach Europa rechtlich sauber und technisch korrekt mit Datenschutzerklärung und Consent umgeht.

Langweilig – und doch wichtig: Datenschutzerklärungen und Cookie-Banner

Martin Steiger eröffnete den Abend mit einem Vortrag, der bewusst ohne Alarmismus daherkam – aber sehr klar machte: Datenschutz ist kein «einmal erledigen und vergessen»-To-do, sondern ein dauerhafter Compliance-Prozess.

Er betonte gleich zu Beginn: Auch wenn das Thema trocken wirken kann, ist es praktisch in jedem WordPress-Projekt relevant – weil Websites fast nie ohne Bearbeitung von Personendaten betrieben werden können.

Videoaufzeichnung auf WordPress.TV:
Langweilig – und doch wichtig: Datenschutzerklärungen und Cookie-Banner

Datenschutzerklärung: keine Zierde – sondern Informationspflicht

Martin ordnete die Datenschutzerklärung nicht als Formalie ein, sondern als Kernstück der gesetzlichen Informationspflicht: Betroffene Personen sollen verstehen können,

  • welche Personendaten verarbeitet werden,
  • von welchen Personengruppen
  • zu welchen Zwecken
  • mit welchen Tools / Dienstleistern (z. B. Cloud-Dienste)
  • in welchen Ländern
  • und welche Rechte betroffene Personen haben

Wichtig war ihm dabei: Wer Datenschutz ernsthaft «lebt», muss zuerst überhaupt wissen, was technisch und organisatorisch im Projekt passiert. Genau hier entstehe in der Praxis ein häufiges Problem: Viele Websites wurden über Jahre erweitert – Plugins kamen dazu, Script-Snippets wurden ergänzt, Marketing-Tools installiert – und irgendwann weiss niemand mehr wirklich, was alles im Einsatz ist.

Datenschutz ist nicht neu – aber immer noch nicht sauber umgesetzt

Er erinnerte daran, dass:

  • die EU-Cookie-Richtlinie bereits seit 2009 existiert
  • die DSGVO seit 2018 gilt
  • und die Schweiz mit dem revidierten Datenschutzrecht seit 2023 nachgezogen hat (nicht identisch, aber ähnlich).

Die Konsequenz: Das Thema ist in vielen Organisationen «eigentlich bekannt» – trotzdem seien die Hausaufgaben oft unvollständig.

Konsequenzen in der Schweiz: selten, aber zunehmend spürbar

Er erwähnte auch, dass Datenschutzverstösse in der Schweiz nicht automatisch zu spektakulären Strafen führen – aber:

  • das Risiko steige
  • Datenschutzverfahren seien unangenehm (auch ohne harte Sanktionen),
  • und der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) trete zunehmend aktiver auf – teils auch öffentlichkeitswirksam («Naming and Shaming»).

Gerade für Websitebetreibende und Agenturen ist dabei auch das Thema Datensicherheit relevant: Sicherheitslücken (z. B. in Plugins) sind nicht nur ein technisches Problem, sondern auch ein Datenschutzthema.

Wie erstellt man Datenschutzerklärungen sinnvoll?

Martin zeigte drei typische Wege:

1. Copy & Paste

Funktioniert nur, wenn:

  • die Vorlage hochwertig ist
  • und wirklich zum eigenen Setup passt

In der Praxis ist Copy & Paste laut ihm eine häufige Fehlerquelle – insbesondere wegen veralteter Rechtsbegriffe, falscher Zuständigkeiten oder schlicht falscher Angaben.

2. Generative KI

Er ordnete KI eher skeptisch-pragmatisch ein: KI kann auf den ersten Blick plausible Texte liefern – aber im Detail entstehen schnell Fehler. Gerade im Rechtsbereich kann das riskant sein, weil man sich mit eigenen Aussagen selbst bindet.

3. Datenschutzgeneratoren

Er schilderte Datenschutzgeneratoren (z. B. Fragebogen-Systeme) als gängigen Weg, verwies aber auf wichtige Qualitätskriterien:

  • Muss laufend aktualisiert werden
  • Support / Maintenance muss real existieren
  • Vorsicht bei «Scanner»-Generatoren: oft unseriös oder technisch ungenau
  • Viele Anbieter sind stark auf Deutschland/EU optimiert und decken die Schweiz nur oberflächlich ab

Ein praktischer Hinweis aus dem Vortrag: Wer behauptet, EU-kompatibel zu sein, sollte in seiner Datenschutzerklärung häufig auch eine EU-Vertretung (Art. 27 DSGVO) nennen, sobald Angebote an Personen im EWR gerichtet sind.

Cookie-Banner: in der Schweiz (meist) unnötig – aber trotzdem überall

Der zweite Teil war der (im Publikum spürbar) emotionalere Teil: Cookie-Banner.

Martin machte eine klare Aussage zur Schweizer Rechtslage: In der Schweiz ist das Setzen/Lesen von Cookies bzw. die Bearbeitung von Daten auf fremden Geräten im Fernmeldegesetz geregelt – dort geht es um:

  • Information der Nutzerinnen und Nutzer
  • und Hinweis auf Opt-out-Möglichkeiten (z. B. Browser-Einstellungen)

Aber: Eine vorgängige Einwilligung («Opt-in») ist in der Schweiz grundsätzlich nicht erforderlich.

Mit anderen Worten: Kein Consent-Zwang wie in der EU → grundsätzlich kein Cookie-Banner nötig.

Warum gibt es dann in der Schweiz trotzdem so viele Cookie-Banner?

Martin nannte mehrere Gründe – entscheidend war jedoch dieser:

Viele Cookie-Banner existieren nicht wegen Schweizer Recht, sondern wegen Verträgen und Richtlinien, vor allem von Google-Diensten.

Wer Google Ads, Analytics oder werberelevante Google-Dienste nutzt, landet schnell in einem Setup, in dem Cookie-Banner «praktisch notwendig» werden – egal ob Schweizer Recht das verlangt oder nicht.

Zusätzlich erwähnte er, dass der EDÖB in einem Leitfaden teilweise europäische Standards in Schweizer Kontexte überträgt – was nicht zwingend der Rechtslage entspricht, aber als Behördenposition in der Praxis trotzdem relevant sein kann.

EU vs. Schweiz: zwei Welten

Martin kontrastierte die Schweizer Lage mit Europa:

  • EU (Cookie-Richtlinie / nationale Umsetzungen): Einwilligung erforderlich
  • Schweiz: Information + Opt-out-Hinweis genügt

Für Projekte mit Zielgruppen in Europa bedeutet das: Selbst wenn der Shop/die Website “schweizerisch” ist, kann ein Cookie-Banner durch EU-Besucher faktisch notwendig werden – Stichwort: Geotargeting/Unterscheidung nach IP möglich (aber nicht perfekt).

Cookie-Banner sind oft nicht nur nervig – sondern auch falsch

Ein zentrales Fazit von Steiger war, dass ein grosser Teil der Cookie-Banner:

  • rechtlich zweifelhaft gestaltet ist (Dark Patterns, Ablehnen versteckt, etc.)
  • technisch nicht korrekt funktioniert (Tracking feuert trotzdem)

Was besonders bitter ist: Das Banner erzeugt Aufwand, stört Nutzerinnen und Nutzer – und ist am Ende oft weder Compliance noch Datenqualität.

Collateral Damage im Cookie-Krieg: So bändigst du die Consent Technik

Frank Mickeler knüpfte perfekt an: Wenn man sich – egal aus welchem Grund – für ein Cookie-Banner und Consent-Setup entscheidet, beginnt die eigentliche Herausforderung erst. Seine Kernthese: Viele Consent-Setups «sehen» korrekt aus – aber liefern in Wahrheit massiv kaputte Daten.

Videoaufzeichnung auf WordPress.TV: Collateral Damage im Cookie-Krieg:
So bändigst du die Consent Technik

Das technische Problem: Banner + Tracking müssen dieselbe Sprache sprechen

Frank erklärte das Setup als Zusammenspiel aus drei Komponenten:

  1. CMP (Consent Management Platform / Banner)
  2. Data Layer (als «schwarzes Brett» der Website)
  3. Tags / Tracker (Google Tag, Meta, LinkedIn, etc.)

Der Banner schreibt die Consent-Information in den Data Layer – und die Tags müssen diese Information korrekt auslesen und respektieren. In der Praxis ist das fehleranfällig und nicht trivial.

Warum Google keine eigene CMP baut (und warum das relevant ist)

Ein spannender Gedankengang: Frank fragte sich selbst, warum Google (mit GA4 + GTM) nicht einfach auch noch die Consent-Plattform liefert – und vermutete: weil Google die rechtliche Verantwortung für «gültigen Consent» nicht tragen möchte.

Er illustriert das mit dem Hinweis auf hohe Bussgelder in Frankreich (CNIL).

Consent Mode: V1 vs. V2 – was hat sich verändert?

Frank nahm das Publikum mit durch die Evolution:

Consent Mode “V0” (inoffiziell)

Man könnte es selbst bauen: kleines Popup + JavaScript Data-Layer Push.
Er riet klar davon ab – zu fragil, zu wartungsintensiv.

Consent Mode V1

Zwei Effekte:

  • Google standardisiert Begriffe/Kategorien (ad_storage, analytics_storage usw.)
  • führt «Cookieless Pings» (anonymes Tracking) ein

Consent Mode V2 (seit 2024)

Die grosse Veränderung:

  • Google geht defaultmässig von denied aus
  • es gibt neu vier Consent-Kategorien (1× Analytics, 3× Ads)
  • bei Ablehnung droht ein «Basic Mode» mit komplettem Tracking-Verlust bei nicht zustimmenden Users

Das Problem: Du siehst oft nicht, dass du Daten verlierst

Besonders wichtig war sein Hinweis: GA4 kann anzeigen «Einwilligungsstatus: sehr gut», während gleichzeitig z. B. ein Shop im Backend doppelt so viele Conversions hat wie GA4 misst.

Denn: Der GA4-Check bestätigt primär, dass es für Google formal okay aussieht – nicht, dass die Daten vollständig oder korrekt sind.

Debugging ist Pflicht: GTM Preview Mode & Consent Tab

Sein pragmatischer Rat: Ohne Debugging weiss man nichts. Er zeigte (im Talk live) die wichtigsten Tools:

  • Cookies löschen (um Defaults zu testen)
  • Chrome Inspect → Application → Cookies
  • Chrome Extensions wie Analytics Debugger
  • Google Tag Manager Preview Mode
    • dort ist insbesondere der Tab «Einwilligung» entscheidend
    • man muss «default» und «update» Events sehen

Typische Consent-Setups, die scheitern

Frank listete mehrere reale Fehlerbilder, die im Alltag extrem häufig sind:

  • CMP behauptet «Consent Mode V2 Support», aber Data Layer bleibt leer
  • Consent Mode V2 ist teils ein Premium Feature
  • Manche CMPs erfordern zusätzliche Aktivierung im WordPress-Plugin
  • CMP blockiert den kompletten GTM → Advanced Mode kann nie funktionieren
  • Doppeltes Tracking: Tag im GTM UND zusätzlich im Source Code → Chaos
  • Vergessene Subdomains: Hauptdomain hat Banner, aber Subdomains (App, Landingpage, Forms) nicht

Empfehlung: Native Consent Mode (ohne extra GTM Tag)

Sein Best-Practice Setup:

  • CMP wählen, die Consent Mode V2 unterstützt
  • GTM-Script direkt in Website integrieren (nicht über CMP nachladen)
  • im GTM dann Google Tag + weitere Tags verwalten
  • bei nicht-Google Tags (Meta/LinkedIn) Consent manuell sauber konfigurieren
  • Debugging obligatorisch

Fazit des Abends: Nicht nur «Compliance» – sondern auch Datenqualität

Dieses Meetup war ein Paradebeispiel dafür, warum WordPress-Meetups wertvoll sind: Es ging nicht um oberflächliche Tool-Tipps, sondern um reale Projektpraxis, die fast jede und jeder von uns kennt.

Die zentralen Learnings

  1. Datenschutz ist ein Prozess – und ohne sauberes Verständnis des eigenen Setups bleibt jede Datenschutzerklärung fragil.
  2. Schweizer Recht ≠ EU-Recht: Cookie-Banner sind hierzulande oft nicht gesetzlich nötig, aber durch Plattformen/Tools faktisch «erzwungen».
  3. Consent-Technik ist fehleranfällig – und scheinbar funktionierendes Tracking kann kompletter Selbstbetrug sein.
  4. Wer Consent-Setups baut oder betreut, muss Debugging als Pflicht ansehen – nicht als «nice to have».

Danke an die Speaker und Community

Ein grosses Dankeschön an:

  • Martin Steiger für den klaren, sehr praxisnahen Blick auf Datenschutzpflichten und Cookie-Banner-Realität
  • Frank Mickeler für den technischen Deep Dive, der vielen Teilnehmenden vermutlich einige «Aha-Momente» beschert hat
  • sowie an alle Teilnehmenden für die Diskussionen und den Austausch

Recap Q2/2025 Meetup

Beim WordPress Zürich Meetup am 18. Juni 2025 drehte sich alles um die Frage, wie Inhalte auf Websites nicht nur funktionieren, sondern wirken. In zwei komplementären Vorträgen ging es darum, Botschaften verständlich, emotional und visuell überzeugend zu vermitteln.

Cyril Rüegsegger zeigte, warum Storytelling ein zentrales Werkzeug im Marketing und Produktverkauf ist, während Monika Liechti praxisnah erklärte, wie sich mit KI individuelle Bilder und Icons für WordPress-Seiten erstellen lassen – jenseits austauschbarer Stockfotos.

Warum Geschichten Produkte verkaufen

Cyril machte deutlich, dass Menschen keine Fakten kaufen, sondern Bedeutungen. Studien belegen, dass Geschichten Aufmerksamkeit binden, Emotionen auslösen und Entscheidungen beeinflussen. Ob Vertrauen, Wiedererkennung oder Kaufbereitschaft: Storytelling wirkt dort, wo reine Informationen oft verpuffen. Besonders eindrücklich war ein Beispiel aus der Spendenforschung, das zeigte, wie stark eine persönliche Geschichte gegenüber einer faktenbasierten Darstellung wirkt.

Im praktischen Teil ging es darum, wie gute Geschichten aufgebaut sind. Eine klare Zielsetzung, ein starker Einstieg, emotionale Details und ein Moment, der zum Handeln motiviert, bilden das Fundament. Cyril stellte zudem unterschiedliche Story-Formate vor – etwa die sogenannte Vision Story oder ein Story-Portfolio, mit dem sich je nach Kontext unterschiedliche narrative Zugänge testen und weiterentwickeln lassen.

Cyril Rüegsegger WordPress Meetup Zürich

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf visuellem Storytelling. Animation, Motion Design und visuelle Metaphern helfen dabei, abstrakte oder komplexe Prozesse greifbar zu machen – ein Aspekt, der gerade für erklärungsbedürftige Produkte und Services im digitalen Umfeld besonders relevant ist.

Abschliessend betonte Cyril die Bedeutung von Authentizität und Transparenz. Gute Geschichten funktionieren nur dann langfristig, wenn sie ehrlich sind und zu den Werten des Publikums passen. Storytelling ist kein kurzfristiger Marketing-Trick, sondern ein strategisches Werkzeug für nachhaltige Kommunikation.

Cyril Rüegsegger stammt ursprünglich aus der Romandie, arbeitet seit rund zehn Jahren in der visuellen Kommunikation und hat 2024 sein eigenes Studio gegründet. Er arbeitet unter anderem mit Marken aus dem medizinischen, medialen und Luxus-Umfeld zusammen – mit einem klaren Fokus auf Storytelling, Design und Animation.

Vielen Dank an Cyril für den inspirierenden Vortrag.

Schluss mit Stockbildern: Individuelle Bilder & Icons mit KI für deine WordPress-Seite

Im zweiten Vortrag des Abends zeigte Monika Liechti, wie sich mit KI-Tools wie Midjourney und ChatGPT individuelle Bilder und Icons für WordPress-Websites erstellen lassen – ohne auf austauschbare Stockfotos zurückzugreifen.

Ausgehend von einem praxisnahen Beispiel machte Monika deutlich, wo typische Probleme entstehen: Zeitdruck, fehlendes passendes Bildmaterial und Stockfotos, die in Stil oder Aussage nicht zur Website passen. Genau hier setzt KI-gestützte Bildgenerierung an – nicht als Ersatz für Gestaltung, sondern als flexibles Werkzeug im kreativen Prozess.

Im Live-Demo-Teil führte Monika Schritt für Schritt durch die aktuellen Möglichkeiten von Midjourney, insbesondere das neue Webinterface. Sie zeigte, wie sich Bilder mit natürlicher Sprache beschreiben lassen, wie Formate angepasst werden können und wie man über Inspirations- und Suchfunktionen passende Bildstile findet. Ein zentraler Punkt war der bewusste Einsatz von Style References, mit denen sich der visuelle Stil bestehender Bilder auf neue Motive übertragen lässt.

Monika Liechti WordPress Meetup Zürich

Auch das Thema Icons kam zur Sprache. Während sich Bilder relativ schnell überzeugend generieren lassen, erfordern Icons mehr Feinarbeit und mehrere Durchläufe. Monika betonte, dass KI hier eine gute Unterstützung für einfache oder individuelle Projekte sein kann – für hochgradig konsistente Icon-Sets bleibt professionelles Design jedoch weiterhin sinnvoll.

Besonders spannend war die Kombination der Tools: Midjourney eignet sich gut für kreative, visuelle Exploration, während ChatGPT bei der präzisen Weiterentwicklung bestehender Bildstile und Icons seine Stärken ausspielt. Praktische Tipps wie der Einsatz deutscher Prompts für lokal wirkende Bildästhetik oder das systematische Testen von Varianten rundeten den Vortrag ab.

Monika Liechti ist selbständige Marketingberaterin, Fotografin und KI-Bild-Trainerin aus Zürich. Sie unterstützt KMUs und Selbständige dabei, ihre Online-Präsenz zu stärken – mit Strategie, authentischen Bildern und praxisnahen KI-Workshops rund um Midjourney und ChatGPT.

Recap Q1/2025 Meetup Zürich

Am Zürcher WordPress Meetup am 10. März 2025 teilte Michael Sutter, WordPress-Frontend-Ingenieur und langjähriger Community-Aktiver, seine Erfahrungen zum Thema WordPress-Sicherheit. Sein Fokus: effektive Prävention statt später Schadensbegrenzung. Michael betonte, dass Prävention viel mehr sei als regelmässige Backups – sie ist eine ganzheitliche Denkweise. Die Zusammenfassung und die Videoaufzeichnung findet ihr weiter unten.

Im zweiten Vortrag des Abends teilte Norman Irion, Unternehmer und Experte für digitale Sichtbarkeit, auf gewohnt humorvolle Weise seine Einschätzung zum Wandel im Online-Marketing. Unter dem Titel «Tschüss Google, Hallo KI» zeigte er auf, wie sich Suchverhalten, Plattformen und Werkzeuge verändern – und was das konkret für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet. Sein Fokus lag dabei weniger auf Hype, sondern auf belastbaren Grundlagen, praxisnahen Strategien und der Frage, wie Sichtbarkeit auch im KI-Zeitalter nachhaltig aufgebaut werden kann.

Die Zusammenfassung von Normans Vortrag und die Videoaufzeichnung findet ihr ebenfalls weiter unten.

Prävention gegen WordPress-Hacking – Erkenntnisse aus der Praxis

Warum Prävention entscheidend ist

Hacks passieren laut Michael häufig unerkannt – oft erst Wochen oder Monate später bemerkt, im schlimmsten Fall gar nicht. Je schneller man einen Angriff entdeckt, desto geringer der Schaden. Daher sei es essenziell, frühzeitig und richtig zu reagieren.

Typische Warnzeichen:

  • Unerwartete Mails mit dem Betreff «WordPress hat ein technisches Problem festgestellt»
  • Verzeichnisse wie /private/, die in einer Standardinstallation nicht existieren
  • Massiv veränderte oder vergrösserte Dateien wie index.php
  • Veränderte .htaccess-Dateien mit verdächtigen Regeln
  • Spam-Einträge in der Datenbank (z. B. zu Casinos oder dubiosen Shops)
  • Manipulationen über die Google Search Console durch gestohlene Zugangsdaten

Michaels Sicherheits-Toolbox

1. Malware-Scanner richtig konfigurieren

  • Empfehlung: Wordfence, aber nicht einfach nur installieren, sondern gezielt konfigurieren (z. B. Mail-Benachrichtigungen aktivieren)
  • Ziel: Angriffe frühzeitig erkennen und reagieren

2. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

  • Pflicht für alle Admin-Accounts
  • Einfach umsetzbar mit Tools wie Google Authenticator oder TOTP-Apps
  • Ein Muss bei WordPress- und Hosting-Zugängen

3. Login-Versuche einschränken

  • Standardmässig sind oft bis zu 20 Fehlversuche erlaubt
  • Besser: deutlich weniger, um Brute-Force-Angriffe zu erschweren

4. Passwort-Politik

  • Keine Standardnamen wie «admin»
  • Jedes System und jeder Account braucht ein eigenes starkes Passwort
  • Empfehlung: Passwortmanager nutzen

5. Regelmässige und externe Backups

  • Backups nicht auf dem gleichen Server speichern, sondern z. B. via SFTP auf ein externes System
  • Empfehlung: UpdraftPlus (in Premium-Version wegen Datenschutz & SFTP-Funktion)

6. Plugin-Strategie

  • So wenig Plugins wie nötig, und nur solche, die regelmässig aktualisiert werden
  • Wöchentliche Updates durchführen
  • Plugins, die seit über 6 Monaten nicht aktualisiert wurden, möglichst ersetzen

7. PHP-Version aktuell halten

  • Veraltete PHP-Versionen sind ein Sicherheitsrisiko
  • Regelmässig prüfen und updaten, ggf. in Testumgebung mit Debugging testen

8. Keine FTP-Verbindungen

  • SFTP oder SSH verwenden, niemals unverschlüsseltes FTP
  • FTP-Zugangsdaten in unverschlüsselten Mails gelten als absolutes No-Go

9. wp-config.php absichern

  • Individuelle Salt Keys generieren (nicht die Beispielwerte belassen!)
  • Konfigurationsdateien regelmässig überprüfen

Fazit

Michael machte deutlich: 100%ige Sicherheit gibt es nicht – aber man kann es Angreifenden sehr schwer machen. Entscheidend ist, dass Prävention ganzheitlich gedacht wird: von der Technik bis zur Passwortkultur. Wer die vorgestellten Massnahmen beherzigt, senkt das Risiko eines Angriffs signifikant.

Oder in Michaels Worten:

„Wenn es einem Hacker zu mühsam wird, gibt er oft auf – und sucht sich das nächste, leichtere Ziel.“

Tschüss Google, Hallo KI – Wie sich digitale Sichtbarkeit für KMUs verändert

In seinem Vortrag «Tschüss Google, Hallo KI» zeigte Norman Irion eindrücklich, wie stark sich digitale Sichtbarkeit in den letzten Jahren verändert hat – und warum künstliche Intelligenz dabei zwar wichtig ist, klassische Grundlagen aber keineswegs ersetzt.

Ausgehend von seiner langjährigen Erfahrung mit Google Ads machte Norman klar: Google dominiert den Suchmarkt weiterhin mit rund 90% Marktanteil, doch die Spielregeln haben sich verändert. Mit kleinen Budgets ist bei Google Ads heute kaum noch etwas zu holen, während automatisierte Kampagnen wie Performance Max zunehmend intransparent werden. Für KMUs bedeutet das: blindes Budget-Erhöhen ist keine Strategie.

Ein zentraler Punkt des Vortrags war das Fundament digitaler Sichtbarkeit. Unabhängig von KI oder neuen Trends müssen Basisdaten stimmen: Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten müssen überall konsistent gepflegt sein. Ebenso gehören saubere Google-Basics wie Title Tag, Meta Description und eine klare H1-Struktur weiterhin zum Pflichtprogramm. Ohne diese Grundlagen funktionieren weder SEO noch Ads nachhaltig.

Spannend wurde es beim Blick in die Zukunft: Wie wird man zur Antwort auf eine KI-Frage? Begriffe wie Generative Engine Optimization (GEO) kursieren zwar bereits, sind aber laut Norman noch wenig greifbar. Dennoch können sich KMUs vorbereiten – etwa durch strukturierte Daten (Schema.org), gepflegte Entitäten, Aggregate Ratings sowie Einträge bei Wikidata oder Wikipedia. Diese Signale helfen nicht nur Google, sondern zunehmend auch KI-Systemen wie Perplexity oder Copilot, Inhalte einzuordnen.

Besonders praxisnah waren Normans Hinweise zur «gratis» Sichtbarkeit: Ein gut gepflegtes Google-Unternehmensprofil bleibt für lokale Unternehmen einer der effektivsten Kanäle. Social Media ist zwar nicht wirklich kostenlos, kann mit überschaubarem Budget aber gezielt Reichweite aufbauen – insbesondere lokal. Gleichzeitig warnte er vor typischen Fallstricken wie austauschbarem KI-Content («Herzlich willkommen auf unserer Website») ohne klaren Nutzen oder Relevanz.

Fazit

KI verändert das digitale Marketing rasant, ersetzt aber weder strategisches Denken noch saubere Grundlagen. Wer sichtbar bleiben will, muss Technik, Inhalte und Plattformen verstehen – und bereit sein, sich kontinuierlich anzupassen, statt auf schnelle Abkürzungen zu hoffen.

Recap Q4/2024 Meetup Zürich

Am letzten Zürcher WordPress Meetup im 2024 gab es wie immer zwei spannende Vorträge, die jeweils einen anderen Aspekt der Website-Entwicklung beleuchteten. Im ersten ging es um die Kunst eines gelungenen Relaunches und wie SEO, Technik und Content zusammenspielen.

Im zweiten Vortrag stand der direkte Datenbankzugriff im Fokus, um Website-Daten auszuwerten und Arbeitsprozesse zu automatisieren. Beide Themen zeigen, wie vielseitig und tiefgreifend die Arbeit mit WordPress sein kann.

Refresh, Relaunch, Erfolg: Die Kunst des gelungenen Neustarts

Yvonne Westerbeck, die als SEO-Expertin bei der Agentur Waldhirsch arbeitet und mit Webwild auch ein eigenes Web-Entwicklungsteam im Haus hat, stellte bei diesem Meetup die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren eines Website-Relaunches vor. Dabei verdeutlichte sie, dass ein Relaunch ein komplexes Projekt ist, das nur mit der richtigen Strategie und Vorbereitung wirklich gelingt.

Warum (und wann) ein Relaunch sinnvoll ist

Yvonne betonte, dass ein Relaunch nicht immer notwendig ist. Oftmals reicht eine kontinuierliche Optimierung aus, wenn die Basis der Website (Technik, Inhalte, Design) im Kern gut ist. Ein kompletter Neustart sollte nur dann ins Auge gefasst werden, wenn

  • Design, Technik und Inhalte umfassend veraltet sind,
  • grundlegende SEO-Probleme bestehen und
  • das gesamte Fundament nicht mehr tragfähig ist.

Ein Relaunch beinhaltet immer das Risiko, erhebliche Einbussen bei der Sichtbarkeit (SEO) zu erleiden – insbesondere dann, wenn SEO-Aspekte nicht von Anfang an berücksichtigt werden.

Die drei Phasen eines Relaunches

Yvonne teilt ihre Relaunch-Projekte in drei Hauptphasen:

  1. Pre-Launch (alles vor dem Livegang)
  2. Launch (der eigentliche Livegang)
  3. Post-Launch (die wichtige Zeit nach dem Go-Live)

Sie weist darauf hin, dass nach dem Launch die Arbeit längst nicht vorbei ist: Es gilt, die neue Seite engmaschig zu monitoren, Nutzer-Signale zu beobachten und mögliche technische sowie inhaltliche Probleme schnell zu beheben.

Eine gute Strategie als Basis

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Relaunch ist laut Yvonne eine solide Strategie. Viele Fehler entstehen schon, bevor überhaupt mit Design und Entwicklung begonnen wird. Eine klare Zielsetzung und ein schlanker, entscheidungsfähiger Projektkreis sind essenziell, um das Projekt nicht in endlosen Diskussionen versinken zu lassen.

Wichtige Punkte in der Strategie-Phase

  • Festlegung der Projektziele: Welche KPIs bzw. Kennzahlen sind entscheidend, um den Erfolg des Relaunches zu messen (z. B. mehr Impressionen in der Google Search Console)?
  • Markenidentität und Positionierung: Was macht das Unternehmen aus, wie soll es wahrgenommen werden und wie spiegelt sich das in der Website wider?
  • Zielgruppe und Wettbewerb: Wer sind die Nutzer, was sind die Stärken bzw. Schwächen der Konkurrenz und welche Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten?
  • Technische Anforderungen: Welche Systeme sind zu integrieren, wie flexibel soll das CMS sein, wer pflegt die Seite nach dem Relaunch?

Yvonne empfiehlt, bei der Strategie nicht zu viele Personen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Eine kleinere, kompetente Projektgruppe, die auch Entscheidungsbefugnisse hat, schafft Klarheit und vermeidet unnötige Schleifen.

Konzeption, Content und Entwicklung

Hat man eine saubere Strategie aufgestellt, geht es in die eigentlichen Umsetzungsphasen. Hier kommen mehrere Disziplinen zusammen – von UX/UI, Webdesign und SEO bis hin zu Content-Erstellung und -Migration.

Konzeption & Design

  • Keyword-Recherche und Sitemap-Planung: Welche Themen soll die Seite abdecken, wie ist die Struktur aufgebaut?
  • Wireframes und erste Layout-Entwürfe: Um die Usability und das Design an die Ziele und Zielgruppen anzupassen.
  • SEO und Design: Auch bei kreativen Ideen muss man prüfen, ob Google den Inhalt richtig interpretieren kann. Eine nur „schöne“ Seite ohne Substanz hat selten gute Rankingchancen.

Content: Der unterschätzte Aufwand

Yvonne betonte, dass die Content-Erstellung oder -Optimierung der meist unterschätzte Part eines Relaunches ist. Es braucht oft mehr Zeit, als zunächst erwartet, da bestehende Inhalte geprüft, zusammengelegt oder neu erstellt werden müssen. Eine systematische Vorgehensweise (z. B. ein Content-Audit mit klarem Entscheidungsbaum) hilft, den Überblick zu bewahren.

Entwicklung und SEO-Qualitätssicherung

Während viele den Entwicklungsaufwand überschätzen, betont Yvonne, dass man hier vor allem eines braucht: Testing. Ein gutes Briefing sei nur die halbe Miete, denn man müsse die Umsetzung auch überprüfen, z. B. mit:

  • Screaming Frog: Das Tool ist unverzichtbar, um Weiterleitungen (Redirects), Broken Links, Canonicals und mehr zu prüfen.
  • Manueller Code-Check: Nicht alle Fehler zeigt ein automatisiertes Tool an. Doppelte Head-Bereiche, falsche Title-Tags oder fehlerhafte Robots.txt können sich negativ aufs Ranking auswirken.
  • Strukturierte Daten: Ob Rezepte, Event-Infos oder lokale Unternehmensdetails – korrekt hinterlegte strukturierte Daten (Rich Snippets) können dem Ranking und der Präsentation in den Suchergebnissen sehr helfen.

Der Launch und Post-Launch

Ist die Seite online, läuft das eigentliche Projekt noch weiter:

  • Engmaschiges Monitoring: Passt das Ranking? Geht der Traffic hoch oder runter? Wie reagieren Nutzer?
  • Fehlerbehebungen: Oft tauchen nach dem Livegang noch kleinere Bugs, Layout-Probleme oder fehlende Weiterleitungen auf. Jetzt heisst es, schnell zu reagieren.
  • Kontinuierliche Optimierung: Auf Basis von Daten (z. B. Google Search Console, Analytics) werden Inhalte weiter angepasst, neue Seiten hinzugefügt und die Website stetig verbessert.

Fazit aus Yvonnes Vortrag

Ein Website-Relaunch kann ein echter Turbo für die Sichtbarkeit und den Unternehmenserfolg sein – wenn man ihn richtig angeht. Die Gefahr, dass SEO und Nutzerfreundlichkeit darunter leiden, ist allerdings hoch, wenn man unstrukturiert vorgeht oder einseitig nur auf das Design achtet.
Yvonnes wichtigste Empfehlungen sind deshalb:

  1. Strategie vor Design: Ziele definieren, Projektteam schlank halten.
  2. SEO von Anfang an: Technik, Inhalt und Sichtbarkeit eng verzahnen.
  3. Content nicht unterschätzen: Inhalte brauchen oft mehr Zeit als gedacht.
  4. Testing ist Pflicht: Briefings helfen, doch man muss auch automatisiert und manuell kontrollieren.
  5. Post-Launch nicht vergessen: Nach dem Go-Live startet die entscheidende Monitoring-Phase.

Wer diese Punkte beachtet und die Disziplinen (SEO, Design, UX, Technik, Content) sinnvoll verbindet, wird auch bei umfangreichen Relaunch-Projekten mit einer stabilen oder sogar deutlich verbesserten Sichtbarkeit belohnt.

Analytics im Backend: Website-Daten aus der Datenbank auslesen und Arbeiten automatisieren

Im zweiten Vortrag des Meetups zeigte Marc Schiesser von der Peleda GmbH, wie man direkt im WordPress-Backend auf die MySQL-Datenbank zugreifen kann, um individuelle Reports zu erstellen, automatisierte Auswertungen durchzuführen und damit viel manuelle Arbeit zu sparen.

Zurich WordPress Meetup Q4-2024 Vortrag 2

Warum Datenbank-Analytics?

Marc erläuterte, dass alle Inhalte einer WordPress-Website (Posts, Pages, Meta-Daten, Benutzerdaten usw.) in einer MySQL-Datenbank abgelegt werden. Wer grössere, datenintensive Websites betreibt, kann von direktem Datenbankzugriff enorm profitieren:

  • Massgeschneidertes Reporting: Eigene Abfragen (z. B. zu Bestellungen, Produktattribute) lassen sich erstellen, anstatt sich auf vorgefertigte Plugin-Funktionen zu beschränken.
  • Automatisierung: Routineaufgaben (z. B. regelmässige Datenimporte oder -exporte) können per SQL-Befehl schnell und skalierbar umgesetzt werden.
  • Analytics ohne teure Plugins: Log-Daten oder benutzerdefinierte Felder (Custom-Post-Types) lassen sich individuell auswerten, ohne sich an Plugin-Grenzen halten zu müssen.

Technischer Hintergrund und Voraussetzungen

  • Dateisystem vs. Datenbank: WordPress legt seinen Code (Themes, Plugins, Core) im Dateisystem ab, während Inhalte in MySQL gespeichert werden.
  • Zugriffstools: Üblicherweise stellt der Hoster eine Verwaltungsoberfläche wie phpMyAdmin zur Verfügung, mit der man SQL-Abfragen ausführen kann. Alternativ sind GUI-Tools wie DBeaver oder Microsoft Access möglich, wobei SSL- bzw. verschlüsselter Zugriff oft eine Herausforderung ist.
  • SQL-Grundlagen: Neben dem risikoarmen SELECT (reine Abfrage) gibt es auch UPDATE, DELETE und weitere Befehle, mit denen man Daten verändert bzw. löscht. Ein versehentliches DELETE ohne WHERE kann die gesamte Tabelle löschen – daher unbedingt erst Backup machen und am besten in einer Testumgebung üben.

Anwendungsbeispiele

  1. Eigene Reports
    • Auslesen von Entwürfen (SELECT … WHERE post_status = ‚draft‘)
    • Anzeigen bestimmter Felder aus Custom-Post-Types (z. B. Preise, Grössen, Attribute)
  2. Datenaenderungen in grossem Stil
    • Ändern des Autors für alle Posts eines bestimmten Users (UPDATE … WHERE post_author = …)
    • Loeschen alter Revisionen (DELETE … WHERE post_type = ‚revision‘)
  3. Backup und Migration
    • Manuelles Exportieren und Importieren der Datenbank (z. B. via phpMyAdmin)
    • Automatischer Massenimport von Adress- oder Produktdaten in WordPress

Marc demonstrierte dabei eindrücklich, wie besonders Shops mit zahlreichen Produkten oder Blogs mit vielen Beiträgen durch gezielte SQL-Abfragen effizient administriert werden können. Er verwies auch darauf, dass sich MySQL-Daten durch Programmiersprachen wie Python weiter verarbeiten lassen, um etwa grosse Datenmengen zu analysieren oder externe Systeme zu integrieren.

Fazit

Beide Vorträge verdeutlichten, dass erfolgreiche Webprojekte nicht nur ein ansprechendes Design, sondern auch eine solide technische und inhaltliche Basis benötigen. Ein intelligenter Relaunch bewahrt SEO-Erfolge und bringt eine zukunftssichere Struktur. Gleichzeitig lassen sich mit direktem SQL-Zugriff viele manuelle Prozesse abkuerzen und Arbeitsablaeufe effizienter gestalten. Wer sich Zeit für eine durchdachte Strategie nimmt und die richtigen Tools einsetzt, profitiert langfristig von einer verbesserten Sichtbarkeit und optimalen Datenprozessen.

Recap Q3/2024 Meetup Zürich

Die Vorträge von Aljoscha Epprecht und Rico Lüthi am 23. September 2024 zeigen zwei komplementäre Perspektiven auf WordPress: Die technische Systemadministration einerseits und die didaktische Wissensvermittlung andererseits. Während Aljoscha aus der Sicht eines Linux-Administrators die Herausforderungen grossskaliger WordPress-Installationen adressiert, beleuchtet Rico den Weg, wie Menschen verschiedener Fachrichtungen WordPress effektiv erlernen können.

Beide Vorträge vereint das Ziel, komplexe Aspekte von WordPress zugänglicher und handhabbarer zu machen.

Zentrales Management von WordPress-Installationen aus Sicht eines Linux-Systemadministrators

Aljoscha Epprecht bringt als Referent eine langjährige Erfahrung als Linux-Systemadministrator im Hochschulumfeld mit. Seine Expertise liegt ursprünglich im Bereich Hardware, Rechenzentren und Unix/Linux/Solaris-Systemen. Als klassischer Terminal-orientierter Administrator hatte er anfangs wenig Berührungspunkte mit Webapplikationen und graphischen Benutzeroberflächen.

Die Herausforderung, der er sich stellen musste, war die Verwaltung von mehreren hundert WordPress-Installationen. Diese Systemlandschaft war äusserst heterogen: verschiedene PHP-Versionen, unterschiedliche Ordnerstrukturen und diverse Account-Strukturen mit verschiedenen Berechtigungen mussten verwaltet werden. Besonders komplex waren die grossen Multisite-Installationen mit bis zu 9.000 aktiven Nutzern und 300.000 Uploads. Der manuelle Verwaltungsaufwand war entsprechend hoch.

Die technische Infrastruktur basiert auf Linux-Servern mit Red Hat und nutzt eine Container-basierte Architektur. Dabei handelt es sich um ein eigenentwickeltes Container-Format, das jeweils 10-20 WordPress-Installationen pro Container beherbergt. Insgesamt werden 20-30 solcher Container betrieben. Das System integriert auch ein automatisiertes SSL-Management mittels Let’s Encrypt.

Aljoscha Epprecht

Für die Automatisierung setzte Aljoscha zunächst auf WP-CLI als zentrales Verwaltungswerkzeug. Dieses ermöglicht es, Updates durchzuführen, Konfigurationen zu ändern und das Plugin- sowie Theme-Management zu steuern. Auch Datenbank-Operationen lassen sich damit effizient durchführen.

Um die Verwaltung weiter zu vereinfachen, entwickelte er einen eigenen Wrapper. Dieser erkennt WordPress-Installationen automatisch, konfiguriert WP-CLI entsprechend und ermöglicht eine vereinfachte Verwaltung über das Terminal. Die Integration von Ansible als übergeordnetes Werkzeug ermöglicht die zentrale Steuerung aller Container und die automatisierte Verteilung von Befehlen.

Die Verbesserungen durch diese Automatisierung sind beachtlich: Der Betriebsaufwand wurde deutlich reduziert. Neue WordPress-Instanzen können nun in etwa 8,5 Sekunden automatisch installiert werden. Updates und Sicherheitsverwaltung erfolgen zentral und effizient. Bei Problemen kann schnell reagiert werden. Zusätzlich wurden Self-Service-Funktionen für Kunden implementiert.

Ein besonderer Erfolg ist die Möglichkeit, kritische Updates über die gesamte Landschaft hinweg automatisiert auszurollen. Das System ist dabei so flexibel, dass bei Bedarf auch Rollbacks schnell durchgeführt werden können. Die nächtlichen Update-Routinen sorgen für eine kontinuierliche Wartung und Sicherheit der Installationen.

Die Transformation von einer manuell gepflegten zu einer automatisierten WordPress-Landschaft zeigt eindrucksvoll, wie klassische Linux-Systemadministration mit modernen Automatisierungswerkzeugen kombiniert werden kann. Das Ergebnis ist eine effizient skalierbare Infrastruktur, die trotz zentraler Kontrolle genügend Flexibilität für individuelle Kundenanforderungen bietet. Der Verwaltungsaufwand pro Installation sinkt dabei mit jeder weiteren Installation, was das System besonders wirtschaftlich macht.

Strukturiertes Lernen von WordPress – Ein didaktischer Ansatz

Rico Lüthi, ein erfahrener Informatiker und Medientechnologie-Spezialist, präsentierte seine Perspektive auf das Lehren und Lernen von WordPress. Mit seiner 25-jährigen Lehrerfahrung bringt er einen einzigartigen pädagogischen Blickwinkel in die WordPress-Community ein. Seine Lehrtätigkeit erstreckt sich über ein breites Spektrum von Zielgruppen: von Lehrlingen («Stiften») über Studierende an Hochschulen bis hin zu Teilnehmern in Klubschulen. Der Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit liegt im Bereich Programmierung, wobei er sich von den klassischen PAP-Diagrammen (Programmablaufpläne) bis hin zu modernen Technologien wie JavaScript entwickelt hat.

Sein Weg zu WordPress begann, als er die Plattform als ideales Werkzeug für das Lehren von Programmierkonzepten entdeckte. WordPress bot sich besonders gut an, um praktische Beispiele für Programmablaufpläne zu demonstrieren und theoretische Konzepte in die Praxis umzusetzen. Ein Kernaspekt seiner Präsentation war die Vorstellung von LearnWordPress.org, einer Initiative zur strukturierten Vermittlung von WordPress-Wissen. Diese Plattform bietet verschiedene Lernpfade an, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind:

  • Benutzerinnen und Benutzer
  • Designerinnen und Designer
  • Programmiererinnen und Programmierer
  • Mitwirkende/Contributors

Der Ansatz basiert auf dem Konzept des selbstgesteuerten Lernens, bei dem jeder Teilnehmer in seinem eigenen Tempo voranschreiten kann. Die Lernmaterialien sind systematisch aufgebaut und ermöglichen einen schrittweisen Aufbau von Kompetenzen, von grundlegenden bis zu fortgeschrittenen Konzepten.

Rico betonte die Bedeutung von praktischen Übungen und konkreten Beispielen im Lernprozess. Seine Methodik verbindet theoretisches Wissen mit hands-on Erfahrungen, was besonders wichtig für das Verständnis komplexer technischer Konzepte ist.

Die Initiative zielt darauf ab, eine Brücke zwischen verschiedenen Expertise-Levels zu schlagen und einen strukturierten Weg zur WordPress-Meisterschaft aufzuzeigen. Dabei wird besonderer Wert auf die Vermittlung von Best Practices und aktuellen Entwicklungen in der WordPress-Welt gelegt. Der Vortrag unterstrich die Wichtigkeit eines systematischen Lernansatzes in der WordPress-Community und zeigte, wie durch gut strukturierte Lernpfade und praxisnahe Beispiele der Einstieg in die WordPress-Entwicklung erleichtert werden kann.

Fazit

Die beiden Vorträge verdeutlichen die Vielseitigkeit der WordPress-Community und die verschiedenen Ebenen, auf denen mit WordPress gearbeitet wird. Aljoschas Vortrag zeigt, wie durch clevere Automatisierung und zentrale Verwaltung auch große WordPress-Installationen effizient betrieben werden können. Seine Lösung demonstriert eindrucksvoll, wie klassische Systemadministration und moderne Webentwicklung zusammenwachsen können.

Ricos pädagogischer Ansatz hingegen adressiert eine zentrale Herausforderung der WordPress-Community: Die strukturierte Vermittlung von Wissen. Sein Konzept der individualisierten Lernpfade macht WordPress für verschiedene Zielgruppen zugänglich und schafft einen nachhaltigen Weg zur Expertise.

Gemeinsam zeigen die Vorträge, dass WordPress weit mehr ist als nur ein Content Management System. Es ist eine Plattform, die sowohl hochprofessionelles Hosting im grossen Massstab als auch differenzierte Lernwege für verschiedene Interessengruppen ermöglicht. Die Kombination aus technischer Exzellenz und durchdachter Wissensvermittlung ist dabei ein Schlüssel für die nachhaltige Entwicklung der WordPress-Community.

Die Vorträge unterstreichen auch die Bedeutung von Automatisierung und strukturiertem Lernen als zwei wesentliche Säulen für die Zukunft von WordPress. Während die Automatisierung die technische Skalierbarkeit sicherstellt, gewährleistet die strukturierte Wissensvermittlung, dass das nötige Know-how in der Community wachsen kann.

Recap Q2/2024 Meetup

Nächste Woche findet bereits das nächste Zürcher WordPress Meetup statt. Deshalb hier die überfällige Zusammenfassung des letzten Meetups. Martin hat die Videos vor einiger Zeit auf WordPress.TV hochgeladen, sobald sie öffentlich sind, werde ich sie hier einbinden.

Das letzte Meetup fand am 26. Juni 2024 statt. Patrick Price, ein erfahrener Online-Unternehmer, hielt einen sehr faszinierenden und inspirierenden Vortrag wie es mit künstlicher Intelligenz möglich ist, eigene WordPress Plugins ohne jegliche Programmierkenntnisse zu entwickeln. Der zweite Vortrag von Marc Wieland drehte sich um «Headless WordPress».

Headless WordPress bedeutet, dass WordPress nur als Backend für die Verwaltung von Inhalten dient, während das Frontend (die Benutzeroberfläche) separat entwickelt wird, oft mit modernen Frameworks wie React oder Vue.js. Die Inhalte werden über APIs bereitgestellt, was mehr Flexibilität und bessere Performance ermöglicht, aber auch technisches Know-how erfordert.

WordPress Plugins ohne Programmierung

Patrick begann seine Karriere im Jahr 2000 bei Scout24 und gründete später eine SEO- und SEA-Agentur sowie das Unternehmen Idealizer, das als Inkubator für seine Projektideen dient. Obwohl er nie selbst programmieren gelernt hat, arbeitet Patrick seit 15 Jahren intensiv mit WordPress und nutzt seine Flexibilität durch Plugins.

Patrick Price Zürich WordPress Meetup Q2/2024
Bild: Patrick Price am Q2/2024 WordPress Meetup in Zürich

Die Herausforderungen bei der Entwicklung von vergleiche.ch

Im Vortrag ging Patrick detailliert auf seine Erfahrungen mit WordPress-basierten Projekten ein. Ein zentrales Beispiel war sein Preisvergleichsportal vergleiche.ch, das er mit grossem finanziellen Aufwand entwickelte, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit einem ukrainischen Entwicklerteam. Der Ukraine-Krieg führte jedoch zu Herausforderungen, da er seine Entwickler verlor und keine sofortige Ersatzlösung fand. Dies verdeutlichte die Abhängigkeit von externen Entwicklern und die Schwierigkeiten, bestehende Projekte weiterzuführen, ohne dass neue Entwickler umfassende Anpassungen am Code vornehmen müssen.

Einsatz von ChatGPT zur Automatisierung von Aufgaben

Ein entscheidender Wendepunkt war für Patrick die Entdeckung von KI-Tools wie ChatGPT, die ihm halfen, Programmierprobleme zu lösen. Er schilderte, wie er mit ChatGPT ein Skript entwickelte, um Daten aus einer API in ein CSV-Format zu konvertieren, obwohl er keine Entwickler im Team hatte. Innerhalb von wenigen Stunden konnte er diese Aufgabe erfolgreich automatisieren. Dies weckte in ihm die Neugier auf weitere Möglichkeiten, KI zur Unterstützung seiner Projekte einzusetzen.

Der Bedtime Story Generator: Kreative Geschichten mit KI

Im weiteren Verlauf des Vortrags stellte Patrick ein von ihm entwickeltes Plugin vor, den «Bedtime Story Generator for Children», der mithilfe von KI Gute-Nacht-Geschichten generiert. Die Geschichten können durch Variablen wie das Alter der Kinder, den gewünschten Inhalt und sogar die Moral der Geschichte angepasst werden. Das Plugin generiert zudem passende Bilder und Audioinhalte, die automatisch in den WordPress-Beitrag integriert werden. Er demonstrierte live, wie das Plugin eine Geschichte erstellte, die auf den Wünschen des Publikums basierte. Das gesamte Plugin, das normalerweise Tausende von Franken Entwicklungskosten generieren würde, erstellte er mithilfe von KI und einem ChatGPT Plus Abonnement.

Effiziente Strukturierung von WordPress-Plugins

Ein weiteres Kernthema des Vortrags war die effiziente Strukturierung von Plugins und Code in WordPress. Patrick erläuterte, wie man KI-Modelle so trainiert, dass sie spezifische Aufgaben im Kontext von WordPress-Entwicklungen bewältigen können. Dabei betonte er die Wichtigkeit einer klaren und strukturierten Entwicklung, bei der jede Komponente, sei es API, CSS oder HTML, in separate Threads aufgeteilt wird. Dies erleichtere den Überblick und die Wartung von grösseren Projekten.

Automatische Textoptimierung für vergleiche.ch

Patrick zeigte schliesslich einige fortgeschrittene Funktionen seines Plugins, wie etwa die automatische Optimierung von Promotions-Texten, die er für vergleiche.ch nutzt. Mittels eines einzigen Klicks kann er längere und doppelte Inhalte kürzen und individualisieren lassen, was ihm erhebliche Zeit spart und die Einzigartigkeit seines Contents erhöht.

Praxistipps zur WordPress-Entwicklung mit KI

Der Vortrag schloss mit einer Fragerunde, in der Patrick betonte, dass seine Arbeit primär auf dem Teilen von Wissen basiere, und er keine Absicht habe, seine Plugins kommerziell zu vermarkten. Dennoch zeigte er auf, wie man Plugins entwickeln und über Marktplätze anbieten könnte. Seine praxisnahen Tipps und Beispiele gaben den Zuhörern wertvolle Einblicke in den Einsatz von KI für die WordPress-Entwicklung.

Headless WordPress

Marc Wieland, ein erfahrener WordPress-Entwickler und digitaler Nomade, stellte den «Headless» Ansatz und seine Erfahrungen bei der Umsetzung grosser Projekte anhand des Blogs des Schweizerischen Nationalmuseums vor. Seit 2018 arbeitet Marc von unterwegs und ist derzeit bei der Firma whatwedeo in Bern tätig. Mit über zehn Jahren WordPress-Erfahrung führte er das Publikum durch die komplexen technischen Herausforderungen, die bei der Umsetzung von WordPress-Projekten in einer Agenturumgebung auftreten.

Video: Screen Recording Blog Nationalmuseum

Einführung in das Projekt: Blog Nationalmuseum

Marc stellte den Blogs des Schweizerischen Nationalmuseums vor, das in drei Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch) verfügbar ist. Das Design wurde komplett überarbeitet, und der Blog bietet nun eine benutzerfreundliche Oberfläche mit integrierter Suchfunktion. Der Blog basiert auf dem Gutenberg-Editor und verwendet das Advanced Custom Fields Plugin (ACF) zur Erstellung und Bearbeitung von Inhalten.

Die Herausforderung bestand darin, 1.000 bestehende Blogartikel zu migrieren und das bisherige System durch eine moderne, ansprechende Benutzeroberfläche zu ersetzen. Dieser Prozess wurde durch Scripting automatisiert, was den Migrationsprozess erheblich beschleunigte.

Einsatz moderner Technologien

Ein zentrales Thema des Vortrags war der Einsatz von «Headless» WordPress. Hierbei handelt es sich um ein Konzept, bei dem das Backend (WordPress) und das Frontend (in diesem Fall Vue.js) entkoppelt werden. Inhalte werden über die WordPress REST-API bereitgestellt und dann durch ein Framework wie Vue.js im Frontend dargestellt. Marc zeigte, wie diese Architektur den Vorteil bietet, dass das Frontend unabhängig vom Backend aktualisiert werden kann. Allerdings wies er darauf hin, dass dieser Ansatz komplex ist und nicht immer einen Vorteil bietet – insbesondere bei kleineren Projekten oder solchen ohne hohe Anforderungen an Flexibilität und Skalierbarkeit.

Technische Infrastruktur und DevOps-Ansatz

Ein wesentlicher Aspekt der Präsentation war der Einsatz von DevOps-Praktiken, also die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- (Dev) und IT-Betriebsteams (Ops), sowie Automatisierung und kontinuierliche «Lieferprozesse». Marc erläuterte, wie sie ein eigenes DevOps-Team haben, das sich um die Verwaltung der Server und des Hostings kümmert. Alle Entwicklungsprozesse laufen in Docker-Containern, was bedeutet, dass die Entwicklungsumgebung exakt der Produktionsumgebung entspricht. Dies stellt sicher, dass es keine Diskrepanzen zwischen den Umgebungen gibt, was Fehler minimiert.

Für die Versionierung und das Deployment verwenden sie GitLab, wodurch automatische Tests, Sicherheitschecks und Coding-Standards sichergestellt werden, bevor Änderungen auf die Produktionsumgebung übertragen werden. Dies ermöglicht eine saubere und strukturierte Arbeitsweise, insbesondere in Teams.

API-Integration und Suchfunktion mit Algolia

Marc betonte den Einsatz von externen APIs und Tools, die den Blog effizienter und benutzerfreundlicher machen. So wird die Suche im Blog nicht über die native WordPress-Suche, sondern über den externen Dienst Algolia realisiert, der eine höhere Relevanz und schnellere Ergebnisse liefert. Zudem werden API-Aufrufe gecached, um die Performance zu verbessern. Der Vorteil dieser API-basierten Struktur ist die Skalierbarkeit und Flexibilität in der Handhabung grosser Datenmengen.

Headless Architektur: MVP-Ansatz und Mehrsprachigkeit

In der Headless-Architektur verwenden sie ein Model-View-Controller (MVC) Konzept, wobei das «View» in diesem Fall wegfällt, da Vue.js das Rendering übernimmt. WordPress dient in diesem Szenario als Content-Management-System, das die Inhalte über die API bereitstellt. Diese werden dann im Frontend durch Vue.js verarbeitet und dargestellt. Marc ging auch auf die Mehrsprachigkeitsanforderungen ein, die durch das Plugin Polylang realisiert werden. Polylang erwies sich als einfacher und stabiler als das weit verbreitete WPML, das Marc als zu komplex und überladen empfand.

Herausforderungen und Best Practices

Ein grosses Thema im Vortrag war die Komplexität von Headless-Systemen. Marc betonte, dass dieser Ansatz oft viel Logik und Struktur erfordert, was den Entwicklungsprozess komplizierter macht. Bei der Umsetzung des Nationalmuseum-Blogs wurde bewusst auf eigene Blöcke im Gutenberg-Editor verzichtet, da diese zu aufwendig in der Entwicklung waren. Stattdessen wurden grössere, vordefinierte Blöcke eingesetzt, um die Komplexität zu reduzieren.

Er zeigte auch, wie sie den Code strukturierten und modularisierten, um ihn wartbar und verständlich zu halten. So wurde zum Beispiel die functions.php in viele kleine Klassen aufgeteilt, um die Übersicht zu wahren und neue Entwickler leichter einarbeiten zu können.

Fragen und Diskussion

In der anschliessenden Fragerunde wurden verschiedene Themen angesprochen, darunter der Einsatz von Headless-Systemen für E-Commerce-Seiten. Marc erklärte, dass auch E-Commerce-Seiten «Headless» realisiert werden können, dies jedoch oft nicht die beste Wahl ist, da es die Entwicklung komplizierter macht und keine signifikanten Vorteile bietet.

Ein weiteres Thema war die Sicherheit der API und der Einsatz von Composer zur Versionierung und Verwaltung von Plugins. Marc erklärte, dass sie WordPress und alle Third-Party-Plugins über Composer verwalten, was eine saubere Versionierung und ein einfaches Rollback ermöglicht.

Zum Abschluss betonte er, dass sie bei dem Blog-Projekt keine automatisierten Tests einsetzen, sondern sich auf manuelle Tests und Abnahmeprozesse mit dem Kunden verlassen. Dies ist ausreichend, da der Blog nur wenige Male im Jahr aktualisiert wird.

Fazit

Das WordPress Meetup Zürich am 26. Juni 2024 bot spannende Einblicke in zwei unterschiedliche, aber gleichermassen wertvolle Ansätze der WordPress-Entwicklung. Patrick Price demonstrierte, wie künstliche Intelligenz, insbesondere ChatGPT, selbst für technisch weniger versierte Anwender eine wertvolle Hilfe bei der Entwicklung individueller WordPress-Lösungen sein kann. Sein Einsatz von KI für Projekte wie den Bedtime Story Generator verdeutlichte das Potenzial, Routineaufgaben effizient zu automatisieren und kreative Ansätze zur Lösung technischer Herausforderungen zu finden.

Marc Wielands Vortrag bot tiefe Einblicke in die technischen Aspekte von Headless WordPress und die damit verbundenen Herausforderungen bei grossen Projekten wie dem Blog des Schweizerischen Nationalmuseums. Er zeigte auf, wie moderne Tools und Technologien wie Docker, GitLab und Algolia die Entwicklung und Wartung komplexer Websites erleichtern, betonte aber auch die zusätzlichen Komplexitäten eines Headless-Ansatzes. Seine Praxisbeispiele machten deutlich, wie wichtig es ist, klare Strukturen und Automatisierung in grossen Projekten zu etablieren, um Stabilität und Skalierbarkeit zu gewährleisten.

Beide Vorträge zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig die Möglichkeiten mit WordPress in Kombination mit modernen Tools sind – sei es durch den Einsatz von KI oder durch komplexe Headless-Architekturen. Egal ob für kleinere Projekte oder gross angelegte Lösungen: Das Meetup verdeutlichte, dass WordPress auch in hochkomplexen Umgebungen eine tragende Rolle spielen kann und sich durch den Einsatz innovativer Technologien flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen lässt.

Recap Q1/2024 Meetup

Das letzte Meetup in der Limmatstadt was das erste im 2024. Es widmete sich den Themen Grafik- bzw. Webdesign, sowie der Optimierung der Medienverwaltung in WordPress.

Carol Hoffmann, Grafikerin und Webdesignerin aus dem Wallis, hielt den ersten Vortrag. Sie hat in Fribourg studiert und lebt schon viele Jahre im Kanton Zürich. Ursprünglich Lehrerin, hat sie sich nach der Geburt ihrer zwei Kinder neu orientiert und ist seit über zehn Jahren selbstständig im Bereich Grafik und Webdesign tätig.

Farben

Carol erläuterte die Bedeutung verschiedener Farben in Europa und deren Assoziationen, wie Rot mit Gefahr und Leidenschaft, Blau mit Vertrauen und Professionalität, Gelb mit Fröhlichkeit und Hoffnung, Violett mit Luxus und Spiritualität, Orange mit Energie und Kreativität, Grün mit Natur und Nachhaltigkeit, Rosa mit Verspieltheit und Braun mit Stabilität und Ehrlichkeit. Sie beschrieb die Tendenz zu bunten Farben im Webdesign und die Verwendung von Farbverläufen und unregelmässigen Formen. Ihre Inspiration für Farben holt sie von Pinterest und Shutterstock, und verwendet verschiedeneTools zur Erstellung von Farbpaletten.

WordPress Meetup Zurich 2024 Carole
Carole Hormann am WordPress Meetup im Q1/2024

Case Study

An einem konkreten Beispiel beschrieb sie den Prozess der Farbauswahl und Anpassung des Logos, wobei Dunkelgrün als feste Farbe vorgegeben war. Sie zeigte, wie sie mit Farbpaletten und kleinen Anpassungen im Design arbeitete, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Layout

Carol erklärte, wie sie Layouts auswählt und anpasst, wobei sie nicht nur nach Inhalt oder Farbe, sondern nach kleinen Elementen und Details sucht. Sie präsentierte Beispiele von Homepages, die sie für verschiedene Kunden erstellt hat, und wie sie diese individuell anpasst. Sie ist ein grosser Fan des WordPress Themes und Visual Page Builder «Divi» und zeigte, wie sie globale Einstellungen für Farben, Schriften und andere Elemente nutzt, um Konsistenz und Corporate Identity über die gesamte Homepage zu gewährleisten.

Videoaufzeichnung

Den zweiten Vortrag des Abends hielt WordPress Zürich Meetup Co-Organisator Martin Sauter. Martin konzipiert und realisiert seit 25 Jahren Websites. Mit seiner Digitalagentur Metoki betreut er primär KMU, Startups, Non-Profit-Organisationen und Selbständige. Er arbeitet seit 20 Jahren mit WordPress und sieht sich als Berater mit einem guten technischen Verständnis, aber nicht als Entwickler.

Mediathek und Gutenberg Projekt

Die Mediathek in WordPress hat sich in den letzten Jahren kaum verändert, könnte aber durch die dritte Phase des Gutenberg Projekts Optimierungen erfahren. Es gibt zwei Ansichten in der Mediathek: Kachel- und Listenansicht, die unterschiedliche Detailansichten für Bilder bieten.

Uploads und Dateigrössenbeschränkungen

Die maximale Dateigrösse für Uploads ist standardmässig auf 16 Megabyte begrenzt, kann aber je nach Hoster-Einstellungen variieren. Grosse Dateien wie Videos oder PDFs können Probleme verursachen. Lösungen umfassen Code-Anpassungen oder Plugins.

Erlaubte Dateitypen und SVG-Dateien

WordPress blockiert bestimmte Dateitypen wie SVGs aus Sicherheitsgründen. SVGs können jedoch über Code-Snippets oder Plugins zugelassen werden. Die Liste der erlaubten Dateitypen ist offiziell, aber einige Typen können hochgeladen werden, obwohl sie nicht aufgeführt sind.

Verzeichnisstruktur und Upload-Organisation

Die Verzeichnisstruktur auf dem Server ist nach Jahren und Monaten gegliedert, was von WordPress‘ Blog-Ursprüngen herrührt. Diese Struktur kann durch Einstellungen in WordPress geändert werden.

Bildquellen und Integration in WordPress

Bilder können selbst erstellt, von externen Quellen eingefügt oder über das WordPress-Fotoverzeichnis und Openverse bezogen werden. Externe Bilder sollten in die Mediathek importiert werden, um Abhängigkeiten zu vermeiden.

Bildgrössen und automatische Generierung

WordPress generiert automatisch verschiedene Bildgrössen beim Hochladen, was Speicherplatz und Rechenleistung beansprucht. Einstellungen für Bildgrössen können angepasst werden, um unnötige Grössen zu vermeiden.

Bildformate und Kompression

JPEG ist das Standardformat für Fotos, PNG für Grafiken. WebP bietet eine effizientere Kompression als JPEG. WordPress hat eine feste Kompressionseinstellung für JPEGs, die angepasst werden kann.

Metadaten und Anhangseiten

Metadaten wie Alternativtexte sind wichtig für SEO und Barrierefreiheit. Anhangseiten haben wenig Inhalt und können für Spam anfällig sein, sind aber in neueren WordPress-Versionen standardmässig deaktiviert.

Bildmanagement in WordPress

Standardmässig bietet WordPress begrenzte Bildmanagement-Funktionen. Plugins können helfen, Bilder zu organisieren, umzubenennen, zu ersetzen oder ungenutzte Bilder zu finden.

Bildbearbeitung in WordPress

WordPress bietet grundlegende Bildbearbeitungsfunktionen wie Zuschneiden, Skalieren und Drehen sowie die Anwendung von Duotone-Filtern.

Videoaufzeichnung

Abschliessend herzlichen Dank allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Meetups! Ein besonderes Dankeschön geht an unsere Speaker, die ihre Expertise und wertvolle Einblicke mit uns geteilt haben, sowie an unseren Location-Sponsor Liip, der uns einen hervorragenden Raum für den Austausch zur Verfügung gestellt hat.

Für zukünftige Meetups freuen wir uns über eure Themenvorschläge und Präsentationsideen.

WordPress Entwicklung

  • Neueste Trends und Best Practices in der WordPress Entwicklung
  • Entwicklung von Plugins und Themes
  • Headless WordPress und die WordPress REST API
  • WordPress als Headless CMS nutzen
  • Sicherheit und Performance-Optimierung

Content-Strategie und Content-Marketing

  • Content-Erstellung und Content-Planung mit WordPress
  • Aufbau einer Content-Marketing-Strategie
  • Redaktionelle Workflows und Rollen in WordPress
  • Mehrsprachige und multiregionale Websites mit WordPress

E-Commerce

  • WooCommerce Plugins und Erweiterungen
  • Aufbau eines Online-Shops mit WordPress/WooCommerce
  • Conversion-Optimierung für Online-Shops
  • Zahlungsanbieter und Versanddienstleister integrieren

WordPress als Unternehmenslösung

  • WordPress für Intranets und Extranets
  • WordPress Multisites und Netzwerke
  • Rollenkonzepte und Benutzer-Management
  • Integration in bestehende Systeme (SSO, CRM, etc.)

Community und Weiterbildung

  • Neuigkeiten aus der WordPress Community
  • Lokale WordPress-Projekte und -Initiativen
  • Workshops und Hands-on-Sessions zu WordPress-Themen

Schickt uns eure Vortragsideen! Der Call for Speakers für das nächste Meetup ist hiermit offiziell eröffnet 🥳

Den nächsten Termin werden wir wie gewohnt auf meetup.com/wordpress-zurich bekannt geben. Bleibt dran und bleibt verbunden, wir freuen uns darauf, euch bald wiederzusehen!

Recap Q4/2023 Meetup

Guets Nois 🥳

Während wir das erste WordPress Meetup im 2024 planen, hier noch der Rückblick auf unser letztes Meetup im 2023, welches sich dem Thema Suchmaschinenoptimierung aka SEO (Search Engine Optimization) widmete, inkl. Videoaufzeichnungen 📹 und Fotos 📸. Danke Martin für den Upload auf WordPress.TV und danke an Danis Freund für die Aufzeichnungen.

Der erste Vortrag widmete sich den SEO Grundlagen, der zweite dem Thema SEO in Online Shops, weshalb dieses WordPress Meetup auch gleichzeitig ein WooCommerce Meetup war. WooCommerce ist das beliebteste WordPress E-Commerce Plugin, also ein Zusatzmodul, um mit WordPress einen Online Shop aufzusetzen.

SEO Grundlagen

Die erste Sprecherin des Abends war Corina Burri, Leiterin von Digital Analytics und SEO bei Credit Suisse Asset Management, sowie freiberufliche SEO-Beraterin.

Corina Buri über OnPage SEO am Zürcher WordPress Meetup im November 2023
Foto: Corina Buri über OnPage SEO am Zürcher WordPress Meetup im November 2023
  1. SEO Grundlagen: SEO unterteilt sich in drei Säulen: OnPage, Technisches SEO und OffPage.
    • OnPage SEO: Fokus auf Inhalte der Webseite. Der Schlüssel ist hilfreicher Inhalt, der die Bedürfnisse der Nutzer erfüllt. Beispiele wie Case Studies und Blogartikel werden empfohlen.
    • Technisches SEO: Betonung auf Seitenladegeschwindigkeit und Indexierung.
    • OffPage SEO: Alles, was ausserhalb der Webseite passiert, wie Backlinks.
  2. Keyword-Strategie: Wichtigkeit der Keyword-Recherche ohne teure Tools. Die Nutzung des eigenen Verständnisses für Kundenbedürfnisse wird hervorgehoben. Corina diskutierte verschiedene Arten von Keywords, einschliesslich Nischenkeywords und die Untersuchung von Userproblemen für Content-Ideen.
  3. Content-Erstellung: Der Fokus liegt auf der Erstellung von qualitativ hochwertigem und relevantem Content. Die Bedeutung von ausführlichen Inhalten und der Vermeidung von zu kurzen Texten wird betont.
  4. Technische Aspekte: Die Bedeutung von Indexierung und Ladegeschwindigkeit der Website wird hervorgehoben, inklusive Tipps zur Überprüfung und Verbesserung.
  5. Backlink-Strategie: Corina spricht über die Wirksamkeit von Backlinks und teilt Strategien zur Generierung von hochwertigen Backlinks, wie das Erstellen hilfreicher Inhalte und das Teilen auf Social Media.
  6. SEO-Werkzeuge und -Ressourcen: Verschiedene kostenlose und kostenpflichtige SEO-Tools werden vorgestellt. Es wird betont, dass teure Tools nicht unbedingt erforderlich sind.
  7. Metadaten und ihre Verwendung: Google kann Metadaten wie Meta-Beschreibungen überschreiben, aber es ist wichtig, sie sorgfältig zu erstellen.
  8. SEO-Community und Ressourcen: Empfehlungen für SEO-Experten und Ressourcen, die aktuelle Informationen und Tipps bieten.

Corina betonte die Bedeutung einer umfassenden SEO-Strategie, die OnPage-, Technisches- und OffPage-SEO umfasst. Sie ermutigte zur Nutzung verschiedener Ressourcen und zur ständigen Anpassung an SEO-Trends und Algorithmen-Updates.

WordPress.TV: SEO ist mehr als grüne Smilies auf Yoast: Eine Einführung

SEO Tipps und Erkenntnisse aus SEO Audits für Online Shops

Dani Leitner zeigte uns, was sie in ihren Jahren als SEO Consultant alles für Fehler auf Online Shops gefunden hat. Ihr Ziel war es, dass wir aufhören diese «Anfänger» Fehler zu machen und es endlich nicht mehr nur um Basics geht in ihren SEO Audits.

Sie hat ihr eigenes Unternehmen als SEO Consultant und arbeitet nach dem Motto: «Online gehts heute, perfekt machen wir morgen», denn nur was online ist kann auch Ergebnisse liefern.

Dani Leitner - 13 häufige & kritische SEO Fehler von Online Shops
Foto: Dani Leitner – 13 häufige & kritische SEO Fehler von Online Shops
  1. WooCommerce & SEO: WooCommerce ist gut für SEO und konkurriert mit Shopify um Spitzenplätze in Rankings.
  2. Wichtigste Seite für SEO: Kategorieseiten sind entscheidend, da Nutzer eher nach Kategorien als nach spezifischen Produktnamen suchen.
  3. Häufige Fehler: Vernachlässigung von Kategorieseiten, mangelnder oder fehlender Text auf diesen Seiten.
  4. Textlänge: Mindestens 400 Wörter pro Seite werden empfohlen, um als relevant eingestuft zu werden.
  5. Textplatzierung: Texte sollten nicht einfach am Ende der Seite hinzugefügt werden, sondern gut strukturiert und ansprechend gestaltet sein.
  6. Einfache Sprache: Produkte und Seiten sollten klar und deutlich benannt werden, um Suchintentionen zu treffen.
  7. Duplicate Content: Vorsicht bei identischen Texten auf mehreren Seiten oder übernommenen Herstellertexten.
  8. Bildoptimierung: Bilder sollten unter 200 Kilobyte sein, um Ladezeiten und SEO zu verbessern.
  9. Blogstrategie: Relevanter und nischenspezifischer Content ist wichtig, anstatt einfach Traffic durch irrelevante Blogposts zu generieren.
  10. Metadaten: Einzigartige und interessante Meta Titel und Beschreibungen sind entscheidend für das Ranking.
  11. Kategorieseiten-Optimierung: Eigenständige URLs für Kategorieseiten mit spezifischen Texten und Strukturen sind wichtig.
  12. Umgang mit nicht vorrätigen Produkten: Nicht verfügbare Produkte sollten nicht einfach gelöscht, sondern mit Hinweisen versehen werden.
  13. Internationalisierung: Überlege sorgfältig, ob eine Übersetzung in viele Sprachen und das Anbieten in vielen Ländern sinnvoll ist.

Diskussionsthemen

  • Dynamische Übersetzungen und deren Einfluss auf SEO.
  • Relevanz von Rich Snippets und Schema Markups.
  • Bedeutung von Content-Platzierung auf Webseiten.
  • Umgang mit Duplicate Content und Bildern von Herstellern.
  • Effektive SEO-Strategien für spezifische Projekte und Produkte.
WordPress.TV: Finde den Fehler – 13 häufige und kritische SEO-Fehler von Online-Shops

Wir würden uns freuen, dich im 2024 an einem WordPress Meetup in Zürich begrüssen zu dürfen. Unten auf dieser Seite findest du eine Liste mit allen WordPress Meetups in der Schweiz. Die Themen des nächsten Zürcher Meetups werden in Kürze auf meetup.com/wordpress-zurich bekannt gegeben.